#6 Exotique erotikInterview

 Vor Spannung
explodierende      Blumen

Mit Leidenschaft, Exzentrik und außergewöhnlichem Fachwissen hat Blumenkünstler Azuma Makoto hat sein Leben ganz den Blumen und Pflanzen gewidmet. Indem er ihre innere Schönheit darstellt, ehrt er ihre Existenz. Seine grenzenlose Leidenschaft für die Natur kommt in seinen ungewöhnlichen, bildschönen Blumenarbeiten zum Ausdruck______.

Welche Schönheit wohnt Blumen inne?

Azuma Makoto: „Die Verbindung zwischen Blumen und Menschen hat sich in den letzten Jahrhunderten auf ganz unterschiedliche Art und Weise geäußert. In Japan sind in etwa 10.000 Jahre alten Gräbern aus der Jomon-Zeit Überreste von Blumen gefunden worden, aus denen deutlich wird, dass Pflanzen für die Menschen dieser Zeit als heilig galten. Auch im Leben der alten Maya waren Blumen unverzichtbar: diese glaubten, dass Blumen ihre Kraft aus einer Verbindung zu anderen schöpfen und sich in Einsamkeit daher nicht richtig entwickeln könnten – ein schöner Gedanke. Eine Blüte entsteht aus einer Knospe, die sich öffnet, verwelkt und schließlich ihre Samen auf den Boden wirft, wo die Erde neues Leben aus ihnen hervorbringt. Blumen durchlaufen in der begrenzten Zeit, die ihnen zur Verfügung steht, viele Veränderungen und erfüllen den Zweck ihres kurzen Lebens ohne ein einziges Wort. Es ist ihre Schönheit, die das Herz der Menschen berührt.”

Azuma für Dries van Noten Frühling/Sommer-Kollektion 2017

Vergängliche Schönheit
Die Frühling/Sommer-Kollektion 2017 von Dries van Noten bietet überraschende Kombinationen, eine reiche Farbpalette aus Türkis, Kupfer und Khaki und eine wunderschöne Auswahl floraler Drucke. Spontanität war der Ausgangspunkt dieser Kollektion: „Wir haben die Kleidung tatsächlich in Einzelteile zerlegt und sie großzügig mit Blumenprints versehen”, so Van Noten. Eine lange Reihe von Eistürmen voller eingefrorener Blumen diente als Eyecatcher und faszinierendes Dekor für den Catwalk. Ein fantastischer botanischer Exzess, der an die niederländischen alten Meister erinnert, und vom Blumenkünstler Azuma Makoto gestaltet wurde, der mit Van Noten befreundet ist.

Welche Schönheit wohnt Blumen inne?

Azuma Makoto: „Die Verbindung zwischen Blumen und Menschen hat sich in den letzten Jahrhunderten auf ganz unterschiedliche Art und Weise geäußert. In Japan sind in etwa 10.000 Jahre alten Gräbern aus der Jomon-Zeit Überreste von Blumen gefunden worden, aus denen deutlich wird, dass Pflanzen für die Menschen dieser Zeit als heilig galten. Auch im Leben der alten Maya waren Blumen unverzichtbar: diese glaubten, dass Blumen ihre Kraft aus einer Verbindung zu anderen schöpfen und sich in Einsamkeit daher nicht richtig entwickeln könnten – ein schöner Gedanke. Eine Blüte entsteht aus einer Knospe, die sich öffnet, verwelkt und schließlich ihre Samen auf den Boden wirft, wo die Erde neues Leben aus ihnen hervorbringt. Blumen durchlaufen in der begrenzten Zeit, die ihnen zur Verfügung steht, viele Veränderungen und erfüllen den Zweck ihres kurzen Lebens ohne ein einziges Wort. Es ist ihre Schönheit, die das Herz der Menschen berührt.”

Pflanzenensemble

Lilie
Rose
Zantedeschia
Vanda
Papageientulpe
Amaryllis
Gerbera
Freesie
Passionsblume
Orchidee
Phalaenopsis
Pfingstrose
Frauenschuh
Iris
Cymbidium
Chrysantheme
Glockenblume
Ammi
Nigella
Usambaraveilchen
Kannenpflanze

„AM LIEBSTEN VERWENDE ICH PFLANZEN, BEI DENEN DIE SPANNUNG FÜHLBAR IST, DIE SICH ANFÜHLEN, ALS KÖNNTEN SIE JEDEN MOMENT EXPLODIEREN.”
„AM LIEBSTEN VERWENDE ICH PFLANZEN, BEI DENEN DIE SPANNUNG FÜHLBAR IST, DIE SICH ANFÜHLEN, ALS KÖNNTEN SIE JEDEN MOMENT EXPLODIEREN.”

Welche Blume symbolisiert einen Höhepunkt in Ihrem Leben?

Azuma Makoto: „Jede Pflanze hat etwas eigenes, das mich anspricht, also kann ich mich für keine entscheiden. Am liebsten verwende ich Pflanzen, bei denen die Spannung fühlbar ist, die sich anfühlen, als könnten sie jeden Moment explodieren.”

Der Duft frischer Blüten…

Azuma Makoto: „Der Duft von Blüten symbolisiert für mich den Duft all meiner schönen Erinnerungen.”

Dass Sie Kunstwerke mit Blumen anfertigen, die optisch äußerst beeindruckend sind, könnte man als Ihre Mission bezeichnen. Sie möchten Werke schaffen, von denen Ihre Kunden einfach umgeworfen werden. Können Sie dafür ein Beispiel nennen?

Azuma Makoto: „Die Existenz von Blumen ist allein schon wunderschön, wenn sie irgendwo auf einem Feld erblühen. Diesen natürlichen Zustand beenden wir Menschen, wenn wir sie abschneiden. Aus diesem Grund ist es notwendig, sie beim Zusammenbinden in etwas noch Schöneres zu verwandeln, und damit dem Leben dieser Blumen und Pflanzen eine besondere Bedeutung zu verleihen. Indem ich für die Präsentation eine extreme Situation wie den Weltraum oder eine Wüste wähle, kann ich sie zeigen, wie sie noch niemand zuvor gesehen hat und ihnen so eine ganz besondere Schönheit verleihen. Dies ist für mich die einzige Ausdrucksmöglichkeit.”

Was ist die beeindruckendste Blumeninstallation, die Sie jemals gesehen haben?

Azuma Makoto: „Ich bin tagtäglich von Blumen und Pflanzen umgeben, die nach und nach vergehen, und sich von Tag zu Tag verändern. Jede Stunde, alle zehn Minuten und sogar jede Sekunde verändert sich ihre Form. Ich versuche, all diese Veränderungen zu erfassen und in unterschiedlicher Form wiederzugeben. Ich verwende meistens Blumen, die voll erblüht sind, aber letzten Sommer habe ich zum Beispiel für Drop Time einen Monat lang das Vergehen von Blumen verfolgt. Für Box Flowers habe ich Blumen in Form einer rechteckigen Kiste arrangiert und sie verwelken und vergehen lassen. Dabei bildete sich eine Flüssigkeit, die ein wenig wie Blut aussah und Insekten anlockte. Was für Entdeckungen ich auch mache, mein Interesse an Pflanzen wird niemals nachlassen.”

Dass Sie Kunstwerke mit Blumen anfertigen, die optisch äußerst beeindruckend sind, könnte man als Ihre Mission bezeichnen. Sie möchten Werke schaffen, von denen Ihre Kunden einfach umgeworfen werden. Können Sie dafür ein Beispiel nennen?

Azuma Makoto: „Die Existenz von Blumen ist allein schon wunderschön, wenn sie irgendwo auf einem Feld erblühen. Diesen natürlichen Zustand beenden wir Menschen, wenn wir sie abschneiden. Aus diesem Grund ist es notwendig, sie beim Zusammenbinden in etwas noch Schöneres zu verwandeln, und damit dem Leben dieser Blumen und Pflanzen eine besondere Bedeutung zu verleihen. Indem ich für die Präsentation eine extreme Situation wie den Weltraum oder eine Wüste wähle, kann ich sie zeigen, wie sie noch niemand zuvor gesehen hat und ihnen so eine ganz besondere Schönheit verleihen. Dies ist für mich die einzige Ausdrucksmöglichkeit.”

Was ist die beeindruckendste Blumeninstallation, die Sie jemals gesehen haben?

Azuma Makoto: „Ich bin tagtäglich von Blumen und Pflanzen umgeben, die nach und nach vergehen, und sich von Tag zu Tag verändern. Jede Stunde, alle zehn Minuten und sogar jede Sekunde verändert sich ihre Form. Ich versuche, all diese Veränderungen zu erfassen und in unterschiedlicher Form wiederzugeben. Ich verwende meistens Blumen, die voll erblüht sind, aber letzten Sommer habe ich zum Beispiel für Drop Time einen Monat lang das Vergehen von Blumen verfolgt. Für Box Flowers habe ich Blumen in Form einer rechteckigen Kiste arrangiert und sie verwelken und vergehen lassen. Dabei bildete sich eine Flüssigkeit, die ein wenig wie Blut aussah und Insekten anlockte. Was für Entdeckungen ich auch mache, mein Interesse an Pflanzen wird niemals nachlassen.”

Pflanzenensemble

Lilie
Rose
Zantedeschia
Vanda
Papageientulpe
Amaryllis
Gerbera
Freesie
Passionsblume
Orchidee
Phalaenopsis
Pfingstrose
Frauenschuh
Iris
Cymbidium
Chrysantheme
Glockenblume
Ammi
Nigella
Usambaraveilchen
Kannenpflanze

An welchem ungewöhnlichen Ort würden Sie gerne einmal Blumen einsetzen?

Azuma Makoto: „Für mein Projekt In Bloom ist eine Serie entstanden, deren Grundidee darauf beruht, dass Pflanzen im Hier und Jetzt nicht ihren optimalen Zustand erreichen. Ich überlege, welche Bilder bestimmte Konzepte in mir hervorrufen und anhand dessen versuche ich, ihre Schönheit und ihr Potenzial darzustellen. 2014 habe ich das im Weltall getan, im vergangenen Jahr habe ich eine große Blumenskulptur mitten im Ozean treiben lassen und im Moment untersuche ich, wie sich die Tiefsee als Inspiration nutzen lässt. Ich habe meine Arbeiten auch in der Wüste, auf einem Gletscher, an einem Geysir oder an anderen Orten arrangiert, die sonst niemand betritt, etwa den Ruinen eines Kraftwerks.”

Um jeden Konflikt mit den wahren Farben der Blumen zu vermeiden, haben Sie die Grundregel aufgestellt, dass die Mitarbeiter in Ihrem Blumengeschäft nur Weiß, Schwarz und Grau tragen dürfen. Warum ist das so wichtig?

Azuma Makoto: „Die Blumen sollen die Hauptrolle spielen, wir sind nur die Statisten im Hintergrund, die ihre Schönheit sichtbar machen. Daher tragen wir keine bunte Kleidung, die den wunderbaren Farben der Blüten und ihrer Wirkung im Weg stehen könnte. Wir sind farblos in Weiß, Schwarz oder Grau. Alles in meinem Atelier trägt diese monotonen Farben, die Menschen und der Raum selbst.”

Mit wem würden Sie im Rahmen einer Blumeninstallation gerne einmal zusammenarbeiten?

Azuma Makoto: „Es gibt keine spezielle Person, mit der ich noch zusammenarbeiten möchte. Die Blumen selbst sind das zentrale Motiv. Malerei, Stoffe, Mode, Fotografie... in all diesen verschiedenen Bereichen widmet man sich der Darstellung von Blumen. Meine Gedanken drehen sich einzig und allein um die Blume und um das, was ich mit meiner Arbeit ausdrücken möchte. Gleichzeitig will ich aber natürlich Welten gestalten, die so zuvor noch niemand dargestellt hat. Außerdem sehe ich in der Arbeit anderer Menschen auf anderen Gebieten fast nichts, womit ich mich identifizieren kann. Gefühlsmäßig kommt die Arbeit eines Sushi-Meisters dem was ich tue vielleicht am nächsten. Ein Florist und ein Sushi-Meister verwenden das, was die Natur ihnen schenkt. Es ist ihre Berufung, das Leben in ein Kunstwerk zu verwandeln (im Falle des Sushi-Kochs ist das der Geschmack).”

Um jeden Konflikt mit den wahren Farben der Blumen zu vermeiden, haben Sie die Grundregel aufgestellt, dass die Mitarbeiter in Ihrem Blumengeschäft nur Weiß, Schwarz und Grau tragen dürfen. Warum ist das so wichtig?

Azuma Makoto: „Die Blumen sollen die Hauptrolle spielen, wir sind nur die Statisten im Hintergrund, die ihre Schönheit sichtbar machen. Daher tragen wir keine bunte Kleidung, die den wunderbaren Farben der Blüten und ihrer Wirkung im Weg stehen könnte. Wir sind farblos in Weiß, Schwarz oder Grau. Alles in meinem Atelier trägt diese monotonen Farben, die Menschen und der Raum selbst.”

„DIE BLUME SPIELT DIE HAUPTROLLE UND WIR SIND NUR DIEJENIGEN, DIE IHRE SCHÖNHEIT SICHTBAR MACHEN.”

Mit wem würden Sie im Rahmen einer Blumeninstallation gerne einmal zusammenarbeiten?

Azuma Makoto: „Es gibt keine spezielle Person, mit der ich noch zusammenarbeiten möchte. Die Blumen selbst sind das zentrale Motiv. Malerei, Stoffe, Mode, Fotografie... in all diesen verschiedenen Bereichen widmet man sich der Darstellung von Blumen. Meine Gedanken drehen sich einzig und allein um die Blume und um das, was ich mit meiner Arbeit ausdrücken möchte. Gleichzeitig will ich aber natürlich Welten gestalten, die so zuvor noch niemand dargestellt hat. Außerdem sehe ich in der Arbeit anderer Menschen auf anderen Gebieten fast nichts, womit ich mich identifizieren kann. Gefühlsmäßig kommt die Arbeit eines Sushi-Meisters dem was ich tue vielleicht am nächsten. Ein Florist und ein Sushi-Meister verwenden das, was die Natur ihnen schenkt. Es ist ihre Berufung, das Leben in ein Kunstwerk zu verwandeln (im Falle des Sushi-Kochs ist das der Geschmack).”

Welche Blumen machen Sie glücklich?

Azuma Makoto: „Alle Blumen.”

„DIE BLUME SPIELT DIE HAUPTROLLE UND WIR SIND NUR DIEJENIGEN, DIE IHRE SCHÖNHEIT SICHTBAR MACHEN.”

Welche Blumen machen Sie glücklich?

Azuma Makoto: „Alle Blumen.”

Nennen Sie eine Stadt, die ihrer Meinung nach gut mit Blumen und Pflanzen umgeht.

Azuma Makoto: „Tokio hat das Image einer Metropole, die über zu wenig Grün verfügt. Doch in Wirklichkeit ist Tokio eine Stadt mit 40 Prozent Grünflächen. Der Kaiserpalast und seine Umgebung mit ihren Parks und Gärten sind Orte, an denen man die vier wunderschönen japanischen Jahreszeiten hervorragend genießen kann. Außerdem führen die großen Unternehmen gemeinsam mit der Stadtentwicklung Umweltstudien durch und es gibt immer mehr Betriebe, die diese Symbiose zwischen Stadt und Natur fördern. Ich halte das für eine äußerst gute Sache und denke, dass sich dieser Trend mehr und mehr durchsetzen wird.”

Sehen Sie sich hier das komplette Video über Azuma auf tollwasblumenmachen.de an.

Nennen Sie eine Stadt, die ihrer Meinung nach gut mit Blumen und Pflanzen umgeht.

Azuma Makoto: „Tokio hat das Image einer Metropole, die über zu wenig Grün verfügt. Doch in Wirklichkeit ist Tokio eine Stadt mit 40 Prozent Grünflächen. Der Kaiserpalast und seine Umgebung mit ihren Parks und Gärten sind Orte, an denen man die vier wunderschönen japanischen Jahreszeiten hervorragend genießen kann. Außerdem führen die großen Unternehmen gemeinsam mit der Stadtentwicklung Umweltstudien durch und es gibt immer mehr Betriebe, die diese Symbiose zwischen Stadt und Natur fördern. Ich halte das für eine äußerst gute Sache und denke, dass sich dieser Trend mehr und mehr durchsetzen wird.”

Wenn Sie sich ein Feld voller Blumen vorstellen, an welche Blumen denken Sie dann?

Azuma Makoto: „Dann denke ich an ein großes Sonnenblumenfeld, irgendwo in der Nähe von Barcelona, der Sommer neigte sich dem zu und es war ein wunderschöner Spätsommertag. Dieses Bild der fast verwelkten Sonnenblumen, die zum Teil von mir abgewandt auf dem Feld standen, ist mir seit diesem Tag wie in die Netzhaut eingebrannt_______.”

Sehen Sie sich hier das komplette Video über Azuma auf tollwasblumenmachen.de an.

Text
Rosanne Loffeld

Fotografien
Hotel Rebel / Mathilde Karrèr, Azuma Makoto

Wenn Sie sich ein Feld voller Blumen vorstellen, an welche Blumen denken Sie dann?

Azuma Makoto: „Dann denke ich an ein großes Sonnenblumenfeld, irgendwo in der Nähe von Barcelona, der Sommer neigte sich dem zu und es war ein wunderschöner Spätsommertag. Dieses Bild der fast verwelkten Sonnenblumen, die zum Teil von mir abgewandt auf dem Feld standen, ist mir seit diesem Tag wie in die Netzhaut eingebrannt_______.”

Eine Auswahl von Azuma Makoto's timeline, @azumamakoto